Botanik / Pflanzen

Histologie, zu deutsch auch "Gewebelehre", ist die Wissenschaft vom strukturellen Aufbau vielzelliger Organismen (von gr. histos = Gewebe und logos = Lehre). Sie bildet einen wichtigen Bestandteil der morphologischen Forschung und ist für das Studium des Aufbaus von Tieren und Pflanzen essentiell. Mit histologischen Verfahren lassen sich spezielle Zellen oder Gewebetypen farblich differenzieren und anschließend im Mikroskop betrachten. Moderne Verfahren der Immun- und Floureszenz-Histologie gestatten das selektive Anfärben spezieller Zelltypen, z.T. sogar einzelner Fasern oder Proteinen auf den Zelloberflächen. Für die konstruktionsmorphologische Forschung ist die Histologie als "Materialkunde" von besonderer Bedeutung, denn erst im histologischen Präparat wird der Anteil von extrazellulärem Material (bei Tieren besonders im Zusammenhang mit dem Bindegewebe) sichtbar, das je nach Anordnung eingelagerter Fasern unterschiedliche mechanische Eigenschaften hat.

Der Feinbau der Pflanzen weicht von dem der Tiere grundlegend ab. Konstruktionsmorphologisch betrachtet sind Tiere Bindegewebskonstruktionen, d.h. ihre charakteristischen Gewebe enthalten stets Kollagenfasern, deren Ausprägung und Verlauf biomechanisch erklärbar ist. Pflanzen hingegen stabilisieren ihren Körper durch Zellulose, langkettige Zuckerverbindungen. Diese werden von den Zellen nach außen hin abgeschieden, so dass jede Zelle um ihre dünne Zellmembran eine dicke aus Zellulose bestehende Zellwand besitzt. Dieser Aufbau führt zu einem unverwechselbaren mikroskopischen Bild und aufgrund der regelmäßigen Strukturen im histologischen Schnittbild auch zu z.T. ästhetisch sehr ansprechenden Einblicken. 

 

 

© 2008 Morphisto GmbH - HistoATLAS | Home | Inhalt | Impressum / Datenschutz | Seite drucken
top