Histologie der Coelenterata / Hohltiere

Histologie und Körperbau der Coelenterata

Coelenteraten ("Hohltiere") werden in klassischen Lehrbüchern neben den Schwämmen als die "urtümlichsten" oder "einfachst gebauten" Organismen dargestellt. Die klassische Zoologie geht – in Anlehnung an die stark simplifizierenden Vorstellungen von Ernst Haeckel – davon aus, dass die Coelenteraten nur aus zwei Zellschichten bestehen, die über eine dünne, zellfreie Zwischenschicht miteinander verbunden sind. Zu diesen "Diploblasten" sollen dann zumindest die Cnidaria (Nesseltiere) und Ctenophora (Rippenquallen) gehören, aber bereits hier herrscht Uneinigkeit, und ebenso über die Geltung dieses Konzeptes für die Schwämme.

Dass die "Zweischichtigkeits"-Beschreibung ein überaus zweifelhaftes histologisches Konzept ist, zeigt exemplarisch ein Blick in den histologischen Aufbau einer Aktinie, d.h. einem Cnidarier aus der Gruppe der Anthozoa. Die Färbungen zeigen eine für Tiere typische Bindegewebs-Konstruktion, d.h. eine kraftschlüssige Stabilisierung des Körpers mittels einer von Bindegewebszellen durchsetzter, Kollagenfasern enthaltender Zwischenschicht. Die Bindegewebszellen scheiden die Fasern nach außen ab, können aber auch verschiedene andere Funktionen übernehmen. Cnidarier mit zellfreier Zwischenschicht, wie z.B. Hydra, wären hiernach als evolutive Spezialisierungen anzusehen und nicht, wie in Haeckels altem Konzept, als urtümlich. Molekularbiologische Studien bestätigen mittlerweile diese Annahme.

 

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