Embryologie: Entwicklungsgeschichte des Individuums

Embryologie und Histologie

Die Embryonalentwicklung verläuft innerhalb eines bestimmten Rahmen des Wachstums und der Differenzierung ab. Da es hierbei immer wieder zu Fehlern und Abweichungen kommt, entstehen z.T. monströse Fehlbildungen.Kausale Histogenese der Stützgewebe nach Pauwels. Das Diagramm zeigt, dass mesenchymale Gewebe sich in Abhängigkeit von wirkenden Kräften in verschiedene Formen des Stützgewebes differenzieren.

Die Entwicklung des Individuums ist ein Prozess, der mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt und mit dem Tod des Organismus endet. Im Verlaufe dieses Prozesses verändert sich der Organismus stetig, die bedeutendsten Veränderungen finden jedoch am Anfang statt, wenn aus der befruchteten Eizelle durch stetige Teilung der Zellen, Entstehung und Differenzierung von Geweben und Wachstum schließlich ein ausgewachsener Organismus entsteht.

Dieser Prozess findet bei allen sich zweigeschlechtlich fortpflanzenden Organismen statt. Lediglich die vegetative Vermehrung überspringt die embryonale Phase und ist durch reines Wachstum des Individuums gekennzeichnet (z.T. durch Anfangsphasen wie "Knospung" (budding) überbrückt, wie z.B. bei Hydra).

Dabei läuft sowohl die Differenzierung, wie auch das Wachstum keineswegs fehlerfrei ab. Besonders die frühen Phasen sind störanfällig und die weitaus größere Anzahl befruchteter Eizellen stirbt schon in den ersten Stunden oder Tagen ab. Auch die späteren Phasen entgleisen sehr oft und führen dann zu Fehlenwicklungen unterschiedlichen Ausmaßes und unterschiedlicher Schwere.

Embyronale Gewebe (Mesenchym) sind auch histologisch von besonderem Interesse, denn sie sind – vor allem in den frühen Phasen – undifferenziert und können sich in verschiedene andere Körpergewebe differenzieren. Hierbei spielen genetische Regulation ebenso wie mechanische Einflüsse eine entscheidende Rolle. Schon früh in der anatomischen und histologischen Forschung wurde das Prinzip der kausalen Histogenese (Pauwels 1950, Kummer 1962, Altmann 1960) erkannt.

Das Mesenchym ist vor allem in der modernen Medizin von großem Interesse, da sich dieses Gewebe in verschiedene andere Gewebe entwickeln kann. Die hier enthaltenen Zellen sind so genannte Stammzellen, d.h. undifferenzierte Zellen. Histologisch sind sie als vergleichsweise große, amöboide Zellen zu erkennen, die eine hohe Teilungsrate aufweisen, d.h. sie zeigen sehr viele Mitosestadien.

 

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