Histologie der Enteropneusta

Evolution der Enteropneusten

Enteropneusten sind die auf der Basis der Chordatenkonstruktion "wiedererfundenen Würmer"! Ein umgekehrtes Szenario, wie es immer noch in vielen Lehrbüchern vorgestellt wird, ist aus biomechanischen und histologischen Gründen unmöglich. 

Diese Entwicklung ging von solchen Chordaten aus, die überwiegend am Boden lebten, wo sich von oben abgesunkene Nahrungspartikel an der Oberfläche und den ihr nahen Schichten anreicherten. Die Beweglichkeit des noch vorhandenen Muskel-Faser-Gitters am vorderen Körperende konnte benutzt werden um zu wühlen, ja sogar um mit peristaltischen Bewegungen das Sediment beiseite zu drücken und den Körper einzugraben. Die Fortbewegung durch Schlängeln wurde dadurch immer weniger wichtig, die Chorda und die dafür nötige Muskulatur wurde abgebaut. Das Vorderteil entwickelte sich zum weichen, peristaltisch beweglichen Grabrüssel. Hinter ihm blieb ein hydraulisch dehnbarer Bereich, der sogenannte Kragen, der das Tier im Sediment festhält, wenn der Grabrüssel nach vorn drückt. Der lange hintere Körperabschnitt hat nur Längsmuskeln, aber nahezu keine Ringmuskeln, er kann nur nachgeschleppt und beigezogen werden. Jeder dieser drei Teile hat einen eigenen Coelomraum, man spricht von einem trimeren Bauplan.

Diesem Bautyp entsprechen die Eichelwürmer (Enteropneusta). Hinter dem Kragen steht eine lange Reihe von Kiemen, die von einer Hautfalte überdeckt sind. Im Bereich des Kragens liegt ein versteifter Teil, der als Rest der im übrigen gänzlich abgebauten Chorda gedeutet werden kann.

Eine weitergehende Entwicklung machten Tiere, die das Sediment als Lebensraum beibehielten,aber ihr Vorderende zum Nahrungsfang ins freie Wasser vorschoben; bei ihnen erweiterte sich der Kragen zum Trichter und schließlich zu Tentakeln. Die sehr kleinen Pterobranchia, die nur zwei Kiemenspalten und zwei Tentakel haben, sowie die fossilen Graptolithen bauten schließ- lich eigene Wohnröhren.

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