Histologie der Mollusken (Weichtiere)

Histologie und Körperbau der Mollusken

Mollusken oder "Weichtiere" umfassen eine sehr große Gruppe von Organismen, die evolutionsgeschichtlich von Anneliden herzuleiten sind. Umstritten ist bis heute, ob sie von Vorläufern mit kompaktem oder von Vorläufern mit segmentiertem Körperbau herzuleiten sind. 

Die Entwicklung zu den Weichtieren muss, in ähnlicher Weise wie die zu den Plattwürmern, mit einer Abflachung der Bauchseite begonnen haben. Hier entwickelte sich ein immer dickeres Muskel-Faser-Gitter. Damit konnten sich die Tiere am Boden halten und über ihn kriechen, wobei im Detail aber andere konstruktive Lösungen als bei den Plattwürmern realisert wurden. Schlussendlich entstand so der flache, in sich bewegliche Kriechfuß der Mollusken. Die Coelomräume wurden nach der Rückenseite hin verdrängt. Dort blieb noch Cuticula erhalten, außerdem wurde eine Verstärkung aus Kalk ausgeschieden. Die entstehenden starren Platten legten Teile der Rückenseite fest. Von hier laufen starke Muskelzüge in den Kriechfuß. Die Tiere konnten sich zunehmend besser am Boden festhalten und dadurch ihren Mund auf den Bewuchs der Steine drücken und ihn abweiden. An der Unterseite des Mundrandes, sozusagen auf der Unterlippe, bildeten Hornzähnchen eine Art Reibeisen, die sogenannte Radula. Dieser starken Raspel hielten nur wenige Materialien stand, so dass sich ein großes Nahrungsspektrum eröffnete. Entsprechend erfolgreich entwickelte sich die Gruppe. 

Die gegliederten Rückenplatten der Käferschnecken bilden nur indirekt die alte metamere Gliederung ab; die Wurmmollusken sind weiter evoluierte Formen. Die einheitliche Schale der Schnecken ist hochgetürmt und spiralig gerollt, bei den Muscheln in zwei Schalenklappen geteilt. Unter den Cephalopoden haben die fossilen Ammoniten und der lebende Nautilus eine gekammerte eingerollte Schale, und bei den Tintenfischen ist sie einfach gerade und ins Innere einer speziellen Tasche verlagert.

 

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