Histologie der Nematoda / Fadenwürmer

Histologie und Körperbau der Nematoda

Die Nematoda (Fadenwürmer) zählen zu den artenreichsten Tierstämmen, sie nehmen vermutlich auch den größten Anteil der Biomasse ein. Nematoden sind oft nur wenige Millimeter groß und haben sich bis in extreme Lebensräume ausgebreitet. Man findet sie in heißen Quellen ebenso wie in extrem sauren oder alkalischen Gewässern, außerdem als sehr erfolgreiche Parasiten.

Für den Menschen sind die Nematoden denn auch als humanpathogene Parasiten von Bedeutung. Der harmlose Spulwurm ist ein typischer Parasit des Menschen, andere, gefährlichere Parasiten aus dieser Gruppe sind die Hakenwürmer Ancylostoma duodenale und Necator americanus. In der Wissenschaft ist Caenorhabditis elegans zu einem besonders beliebten Studienobjekt geworden. Insbesondere für genomische und entwicklungsbiologische Untersuchungen dient C. elegans als Modellorganismus.

Die evolutionsgeschichte Position der Nematoden war aufgrund ihrer vermeintlich einfachen Bauweise lange Zeit äußerst umstritten. Oftmals wurden sie als Vorläufer coelomater und segmentierter Wurmformen (wie etwa der Anneliden) angesehen, ihre charakteristische Konstruktion mit Längsmuskeln und einem "Pseudocoel" galt gleichsam als primitive Vorstufe komplexerer Konstruktionsniveaus. Tatsächlich aber sind Nematoden eine von frühen Anneliden abzuleitende Spezialisierung auf schlängelnde Fortbewegung im Substrat, wobei die Ringmuskulatur im Zuge ökonomisierender Veränderungen abgebaut und die Funktion der Querschnittssicherung durch die feste Cuticula übernommen wurde. Konstruktionsmorphologisch ist nur diese Evolutionsrichtung schrittweise nachvollziehbar, und auch molekularbiologisch gibt es starke Hinweise auf einen segmentierten Vorläufer.

 

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