Tunicata / Manteltiere

Histologie der Tunicata / Manteltiere

Tunicaten oder "Manteltiere" gehören wohl zu den erstaunlichsten Nachkommen jener Früh-Chordaten, aus denen auch die evolutionären Vorläufer der Fische hervorgingen. Der Evolutionsschritt zu den filtrierenden Manteltieren war möglich, weil solche Früh-Chordaten, die einen ausgedehnten Kiemendarm besaßen, zu einer festsitzenden (=sessilen) Lebensweise übergehen konnten. Aus dem durch den Kiemendarm getriebenen Wasserstrom werden Nahrungspartikel abfiltriert, ohne dass die Tiere sich hierfür fortbewegen müssen (was relativ energieaufwändiger wäre).

Auf dem solchermaßen rekonstruierbaren Evolutionsweg zu den Tunikaten wurde schließlich der Bewegungsapparat zurückgebildet (nur die frei schwimmenden Larven zeigen noch einen Chordarest und Längsmuskelpakete). Der Kiemendarm weitete sich zu einem voluminösen Raum, umgeben von einem am Boden festgehefteten, zäh dickwandigen Peribranchialraum, dessen Wand, die sogenannte Tunika, Horn und Chitin enthält. Die Seescheiden (Ascidien) sind ständig festsitzend, die sekundär aus ihnen hervorgegangenen Salpen sind dünnwandig und leben frei schwimmend.

Histologisch sind die Tunicata nur schlecht untersucht, daher sind die hier gezeigten histologischen Präparate etwa besonderes. Eine Schwierigkeit besteht darin, die oft mit Kalkskleriten und Sandkörnern durchsetzte Tunica der Ascidien histologisch zu verarbeiten. Eine andere Schwierigkeit besteht darin, die frei schwimmenden Dolioliden und Salpen in einer adäquaten Weise zu fixieren und histologisch weiterzuverarbeiten, so dass qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt werden können.

© 2008 Morphisto GmbH - HistoATLAS | Home | Inhalt | Impressum / Datenschutz | Seite drucken
top